Malerlexikon – D: Dunker (Duncker), Balthasar Anton


Dunker (Duncker), Balthasar Anton geb. 15.1.1746 Saal/Stralsund gest. 2.4.1807 Bern
(Pseudonym: Rivero, Ignatius). Maler, Zeichner, Aquarellist, Radierer, Illustrator, Karikaturist. Als Sohn eines Predigers in Saal bei Stralsund geboren. Der Großvater übernahm in Stralsund die Erziehung und förderte das künstlerische Interesse. Durch den Tod des Großvaters musste er nach Saal zurück. Ein Onkel übernahm nun die Erziehung. Er brachte nach Kriegsgefangenschaft in Berlin viele Künstler mit in sein gastliches Haus. Für Dunker eine herrliche Zeit. So lernte er auch Philipp HACKERT* kennen. Eine Laune des Onkels schickte Dunker nach Rügen auf Gut Boldevitz, wo er Landwirtschaft betreiben sollte. HACKERT* betrieb dort Naturstudien und übernahm Dunkers Ausbildung. Er radierte verschiedene Landschaften. 1765 gingen beide über Hamburg nach Paris. Dunker suchte dort den deutschen Kupferstecher Johann Georg WILLE auf, der ihm behilflich war und ihn weiter bildete. Dann besuchte er die Zeichenschule von Joseph-Marie VIEN und Noël HALLÉ. Er zog 1972 nach Basel zu dem Reproduktionsstecher in die Werkstatt von Christian von MECHEL. 1777 Bürgerrechte in Bern. Sein Leben verlief kompliziert und in Armut. Er hatte 15 Kinder, von denen 6 am Leben blieben. Ein Sohn Philipp Heinrich DUNKER wurde Radierer in Nürnberg. Dunker starb im selben Jahr wie HACKERT*, krank und vergessen.
Rügenaufenthalt: vor 1765
Rügenwerke: Radierungen von Landschaften
Ausstellungen:
Selbstzeugnisse: Selbstbiographie. In: Füßlins Geschichte der besten Künstler der Schweiz, 1779. S. 131 ff
Bibliographie: ThB Bd. 9/10, 1999.- Brun, Karl: Schweizer Künstlerlexikon, 1905.- Grümbke, J. J.: Streifzüge durch das Rügenland, 1805, S. 65.- Herzog, Hans: B. A. Dunker, ein schweizerischer Künstler des 18. Jahrhunderts. In: Neujahrsblätter der literarischen Gesellschaft, Bern. 1897-1900 (mit Katalogverzeichnis).- Knüter, Ursula: Balthasar Anton Dunker, ein Künstler und Kunstkritiker aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Diss., 1923.- Meusel: Künstl. Lexikon 1778.-