Malerlexikon – D: Dahl, Johan Christian Clausen


Dahl, Johan Christian Clausen geb. 24.2.1788 Bergen gest. 14.10.1857 Dresden
Norwegischer Landschaftsmaler. War Sohn eines armen Fischers. 1803 führte ihn seine Freude am Zeichen in die Werkstatt des Dekorationsmalers Johan Georg MÜLLER in Bergen, der die Kopenhagener Kunstakademie besucht hatte. 1811-17 verhalfen ihm Kunstfreunde zum Studium an der Akademie in Kopenhagen bei Georg HAAS und C. A. LORENTZEN. Bereits als 23-jähriger machte er erstaunliche Fortschritte. Er zeigt sich näher den alten Holländern und der Natur als der akademischen Malerei. So steht er in der ersten Reihe der Erneuerer der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts. Sein Lehrer LORENTZEN war für seine künstlerische Entwicklung bedeutungslos. Eine neue Stütze wurde ECKERSBERG aus Rom. Für seine Ausbildung begab er sich 1818 auf Reisen, die ihn nur bis Dresden führten, wo er die Freiin Emilie von Block, Tochter des ehem. Direktor des Grünen Gewölbes, heiratete. 20 Jahre lebte er mit C. D. FRIEDRICH* in einem Hause. Er erregte bald die Aufmerksamkeit der sächs. Regierung und wurde 1820 Mitglied der Dresdner Kunstakademie, 1827, 1832, 1835 auch der Akademien von Kopenhagen, Stockholm und Berlin. Nach Angeboten aus Dresden und Dänemark wurde er erst 1824 zum außerordent. Prof. der Dresdner Akad. ernannt. 1820-21 reiste er nun nach Italien und war in Neapel Gast des dänischen Kronprinzen. Hier erreicht er die volle Freiheit in seinem Naturempfinden und löst sich von alten Abhängigkeiten. Im Alter von 39 Jahren sah er 1826 Norwegen wieder. Dort erreichte er die Krone seines Lebenswerkes. Er wurde für sein Land der erste und größte Landschaftsmaler. Er wirkte mit bei der Gründung der ersten Kunstvereine, der Nationalgalerie, der Altertumsgesellschaft, bei der Wiederherstellung des Doms von Trondhjems und Bergens Königshalle. 1827 verliert er seine Frau bei der Geburt des 4. Kindes, den späteren Maler Siegwald J. DAHL. 1830 heiratet er seine Schülerin Amalie von Bassewitz, die im Kindbett im selben Jahr stirbt. Als Norweger konnte er sich in Dresden nicht entfalten. 1834 zweite Norwegenreise, es folgen 1839 und 1844 weitere. Die milde sächsische Natur blieb seinem Innersten fremd. Eine Augenschwächung zwang ihn seine Versuche als Radierer aufzugeben. Dresden war ein günstiger Platz für den Absatz seiner Bilder. 1847 besucht er seinen Sohn Siegwald in Paris und Brüssel, um ihn dort in die Künstlerwelt einzuführen. 1850 letzte Norwegenreise. Mitglied der Kunstakademien 1820 Dresden, 1827 Kopenhagen, 1832 Stockholm, 1835 Berlin.
Rügenaufenthalt: nicht bekannt
Rügenwerke: Hünengrab im Winter, 1825, Öl/LW., 75×106 (möglicherweise nach einer Studie von C. D. Friedrich gemalt) (Museum Bildende Künste Leipzig, Abb. Best.-Kat. 1995)
Ausstellungen: Stralsund-Katalog, 1958.- Seine Bilder hängen in der Nationalgalerie zu Christiana und Bergen, in der städt. Galerie und der Sammlung von Herrn Rasmus Meyer, in der Nationalgalerie und im Thorwaldsen-Museum in Kopenhagen sowie in der Welt verstreut. Kopenhagen 1987.- Oslo, Bergen, Dresden 1988.- München 1888-89.- Manchester, Cambridge 1993.- Rosendal, Baroniet 1995, 1996.-
Bibliographie:.ThB Bd. 7/8, 1999.- Boett. Bd. I/1, 1979.- Saur.- Leipziger Zeitung Nekrolog mit Porträt 1858, No. 785.- OZ 6.11.2000.- Ziegler, A.: Reisen im Norden, I 125.-