Malerlexikon – B: Bracht, Eugen Felix Prosper


Bracht, Eugen Felix Prosper geb. 3.7.1842 Morges Genfer See gest. 15.11.1921 Darmstadt
Landschaftsmaler. Zog 1850 nach Darmstadt. Erste Anleitung zum Zeichnen und Malen bei Friedrich FRISCH, Carl Ludwig SEEGER, August LUCAS. 1859-1861 Ausbildung bei Ludwig Des COUDRES und Johann Wilhelm SCHIRMER an der Kunstschule in Karlsruhe. Studierte von 1861-64 in Düsseldorf bei GUDE*. Entsagte dann missmutig der Malerei und widmete sich 1864-74 dem Kaufmannsstand als Wollhändler in Verviers und Berlin, nebenher widmet er sich der Fotographie und ur- und frühgeschichtlichen Studien. 1872 heiratete er Maria DEURER, Tochter des Hofmalers Ludwig DEURER. 1875 künstlerischer Neuanfang bei Hans Frederik GUDE* an der Karlsruher Kunstschule und vertrat dort seinen, ab 1877 beurlaubten Lehrer, in der Landschaftsklasse bis 1882 vermittelt durch Anton von WERNER, als Nachfolger WILBERGs*, Lehrer an der ak. Hochschule in Berlin und 1884 Professor wurde. Ab 1884 ist er ordentliches Mitglied der Akademie der Künste. 1892 führt die Affäre um Edward MUNCH zum Bruch mit Anton von WERNER, er lehnte seine Wiederwahl in den Senat der Akademie ab. 1895 heiratet er erneut. 1900 wird er Ehrenmitglied der Münchner Akademie mit Mitglied der Königlichen Akademie Dresden. 1901 siedelte er nach Dresden um und wird Professor für Landschaftsmalerei an der Dresdner Akademie und Geheimer Hofrat. Es sind 256 Schüler von ihm ermittelt worden. Er wurde Inhaber mehrerer gold. Medaillen. Die ersten Erfolge hatte er zwischen 1875 und 1880 u. a. auch mit Bildern vom Ostseestrand. 1877 mit Julius RUNGE Studienreise nach Rügen. 1880/81 reiste er nach Ägypten, Syrien, Jordanien und Palästina. Anschließend Reisen an die ligurische Küste und in die Hochalpen. Ende der 80er Jahre macht er Studien im Norden. Dass er auch fotografierte und nach photographierten Vorlagen malte, wird selten erwähnt. 1890 wird er Mitglied der Freien Photographischen Vereinigung Berlin. 1899/1900 tritt eine Wandlung im Stil und in der Naturauffassung ein. Sein Schaffen lässt sich in mehrere getrennte organische Perioden unterteilen. Bis 1880 die dramatische Erfassung der Natur (stürmischer Tag auf Rügen, Herbstabend an der Nordküste von Rügen). Die nächste Periode entwickelte sich durch die orientalischen Eindrücke. In der letzten Periode von 1900 schlägt er lyrische Töne an, er tritt damit den Worpswedern näher. Als leidenschaftlicher Prähistoriker forschte er u.a. auf Rügen. Anlässlich seines 80. Geb. erhält er die Ehrendoktorwürde der Univ. Greifswald für seine Leistungen und Verdienste als Prähistoriker. 1919 emeritiert siedelte er nach Darmstadt um
Rügenaufenthalte: 1870, 1877, 1880, 1895, 1902 (?), 1910, 1911, 1914, 1916 (Ausst.)
Rügenwerke: Eichen am Meeresstrand.- Der Lobber Ort auf Mönchgut, Abendstimmung.- Dünenlandschaft.- Mönchgut.- Stürmischer Tag auf Rügen, 1877 (Stiftung Pommern Kiel).- Fischerhäuser auf Mönchgut.- Herbstabend an der Nordküste von Rügen (Lohmestrand mit Königsstuhl).- Eichen, 1913.- Eichen auf dem Vilm, 1910.- Eichengruppe am Meer, Vilm, 1912.- Kahle Eichen, 1912.- Eichen und Sonne I, 1910.- Abziehendes Gewitter.- Tausendjährige Eiche auf dem Vilm, 1912.- Tausendjährige Eiche, 1911 (Galerie am Gendarmenmarkt Berlin).- Eichenwald auf dem Vilm, 1912.- Kahle Eichen auf dem Vilm, 1912.- An der rügener Küste.- Steiniges Ufer.- Eichengruppe auf dem Vilm, 1911.- Baumgruppe auf dem Vilm, 1911.- Eichen, 1911.- Eichen im Vorfrühling, 1911.- Eichen am Stande, 1912.- Arkona (Cap) Rügen, 1910.- Strohdächer auf Rügen, 1912.- Dorf auf Rügen, Abendsonne, 1912.- Herbststimmung auf Rügen, 1911.- Rügener Küste, 1911.- Einsamer Ostseestrand, 1912.- Haus bei Saiser Rügen, 1913.- Bootsplatz in Litzow auf Rügen, 1911.- Eichen und Sonne II, 1910.- Die alte Eiche, 1913.- Kap Arkona 1896-98.- Steinzaun bei Arkona, 1895 (Sammlung Raulff).-
Ausstellungen: Berl. ak. KA 1877, 78, 80.- Gr. Berl. KA 1914.- Pariser Weltausst. 1878.- Norddt. Kat. 1977.- Stralsund-Ausst.1958.- Berlin Galerie Eduard Schulte 1900.- Kunstsalon Emil Richter Dresden 1903.- Leipzig Sächsischer Kunstverein 1906.- Mathildenhöhe Darmstadt 1912, 1992.- Dresden Sächsischer Kunstverein 1912.- Darmstadt Kunsthalle 1922, 1970.- Galerie Hagemeister Frankfurt Main 1984.-
Selbstzeugnisse: Die Lebenserinnerungen von E.B.
Bibliographie: ThB Bd 3/4,1999.- Boett. Bd. I/1, 1979.- Saur.- Baade/Stock, 1992.- Bock Diss., 1927.- Großkinsky, Manfred: Eugen Bracht, Landschaftsmaler im wilhelminischen Kaiserreich, Darmstadt 1992.- Meinhold, Paul: Aus Arkonas Fremdenbücher, Stettin 1907.- Osborn, M.: Eugen Bracht, Bd. 97 Knackfußschen Künstlermonogr.- Osborn, M.: Eugen Bracht, Volksbücher der Kunst Nr. 9.- OZ 27./28.2.1999.- Rosenhagen, Hans: Eugen Bracht, Nord und Süd, 1908.- Seekiste (Beilage OZ 28.7.1994).- Thom, M.: Der Landschaftsmaler Eugen Bracht 1842-1921, Mag.-Arbeit Freie Univ. Berlin 1983.- Vogel/Lichtnau 1993.-
Porträt: mehrere Vilm-Archv vorhanden