Malerlexikon Rügen – Vilm – Hiddensee


Die Inseln Rügen, Vilm und Hiddensee zeichnen sich unter den norddeutschen Küstenlandschaften durch eine Sonderstellung aus: Während die meisten Künstlerorte dieser Region erst Ende des 19. Jahrhunderts aufgesucht wurden, fällt die Entdeckung der drei Inseln um 1800 mit deren Blütezeit in der Romantik zusammen. Auf Rügen und Hiddensee machte Jakob Philipp Hackert (1737-1807) bereits 1762 seine Studien. Von der Urwaldinsel Vilm fertigte Caspar David Friedrich (1774-1840) im Jahre 1801 erste Studien an, die er dann 1810 für sein Gemälde „Landschaft mit Regenbogen“ nutzte. Friedrich hat zwischen 1801 und 1826 mit sieben Studienreisen entscheidend die sich entwickelnde Malertradition geprägt.
Auf den Spuren Friedrichs folgten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts u.a. die Maler Philipp Otto Runge (1806), Carl Gustav Carus (1819), Karl Friedrich Schinkel (1821), Adolf Schroedter (1829), Rudolf Jordan (1829) und Friedrich Preller d.Ä. (1837, 1839 und 1847). Diese Pioniere trugen wesentlich dazu bei, dass Rügen, Vilm und Hiddensee zu begehrten und viel besuchten Malerinseln wurden.
Der 1994 gegründete „Verein zur Pflege des Natur- und Kulturerbes der Insel Vilm“ (kurz „Vilm-Verein e.V.“) hat in den vergangenen 25 Jahren verfügbare Informationen über mehr als 650 Maler gesammelt, die im 19. und 20. Jahrhundert auf den drei Inseln arbeiteten.
Da die Geschichte der Landschaftsmalerei auf Rügen, Vilm und Hiddensee erst ansatzweise aufgearbeitet wurde, hat sich der Verein entschlossen, die bisher verfügbaren Informationen über die Maler im Zeitraum von 1762 bis 1945 auf der Webseite des „Insula Rugia-Vereins“ ins Netz zu stellen. Später soll auch die Zusammenstellung über etwa 240 DDR-Künstler folgen. In den „Benutzerhinweisen“ erfährt der interessierte Leser, welche Informationen er im Lexikon finden kann.

Reinhard Piechocki – Peter Hübner – Norbert Wiersbinski

(Vorstand des Vilm-Vereins, April 2017)