Künstler der DDR auf Rügen und Hiddensee (1949-1990)


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DDR Künstler auf Rügen (1949 – 1990)
Einerseits war die herrliche Landschaft Rügens für viele Künstler der DDR ein Zufluchtsort, um in der Natur Freiheit zu empfinden. Andererseits wuchs seit 1949 der Druck auf die „Inselkünstler“, in ihren Bildern am Aufbau des Sozialismus mitzuwirken.
1972 schrieb der Hallenser Kunstwissenschaftler Wolfgang Hüft über die Rostocker Bezirksausstellung: „Mir scheint, dass die Dezentralisation der künstlerischen Kräfte im Ostseebezirk, mit der auch eine gewisse Isolierung, wenn nicht gar beschauliche Abgeschiedenheit verbunden ist, das Gesamtbild dieser Ausstellung wesentlich mitbestimmt.“
Zwei Jahre später hieß die fordernde Überschrift zur Bezirksausstellung: „Kein Rückzug in norddeutsche Schlummerstuben“ und bemängelte die bildkünstlerische Qualität bei der „Gestaltung der Arbeiterklasse“. Als Reaktion auf die offensichtliche Politikferne startete die Bezirksparteileitung der SED eine Art von Ansiedlungsprogramm: DDR-Künstler konnten sich bewerben für einen Wohnsitz auf Rügen und Unterstützung bei der Ansiedlung genehmer Künstlern wurde z.B. beim Erwerb von Häusern großzügig geholfen. Nichtgenehme Künstler erhielten stattdessen eine Ablehnung vom Rat des Kreises.

Im Jahre 2004 begannen die Kunsthistorikerin Dr. Sybille Berger und die Bibliothekarin Katrin Eigenfeld ihr ehrenamtliches Projekt, die zunehmend verschwindende DDR-Kunst im öffentlichen Raum wie z. B. Fassadenmalereien sowie Skulpturen, zu erfassen und zu dokumentieren. Mit der Kunst im öffentlichen Raum versuchte man in der DDR die triste Monotonie der industriellen Block- und späteren Plattenbauweise nicht nur aufzulockern, sondern auch ideologische Botschaften zu vermittelt. Neben SED-konformer Kunst entstanden dabei auch Wandmalereien, die weder stilistisch noch inhaltlich den Erwartungen des „Sozialistischen Realismus“ entsprachen. Beispiele hierfür sind die 1967 geschaffenen Schulwandbilder in Sagard von Oskar Manigk (geb. 1934) und Matthias Wegehaupt (geb. 1938).
Ab 2006 wurden die Recherchen zur DDR-Kunst auch auf Rügenkeramik, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen u.a. ausgeweitet. Auch hier wurde deutlich, dass sich die Künstler in der DDR zwischen Anpassung an das System und Widerstand in der Nische bewegten. Basierend auf dem gesammelten Material hat der 1994 gegründete „Verein zur Pflege des Natur- und Kulturerbes der Insel Vilm“ (kurz „Vilm e.V.“) im Jahre 2015 eine Tagung über DDR Kunst veranstaltet. Da die Geschichte der DDR-Kunst auf Rügen bisher kaum aufgearbeitet wurde, hat sich der Vilm-Verein entschlossen, das bisher verfügbare Material über die DDR-Künstler (Zeitraum von 1949 bis 1990) auf der Webseite des „Insula Rugia-Vereins“ ab 2018 ins Netz zu stellen. Die alphabetisch angeordneten Abschnitte über die etwa 240 DDR-Künstler umfassen Informationen zu den auf Rügen entstandenen Werken (W), zu Ausstellungen (A) bzw. Ausstellungsbeteiligungen (AB) sowie zu verfügbarer Literatur (L) über die Künstler. VBK = Verband Bildender Künstler der DDR. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben wir nicht.

(Abb.: v. li. nach re. Bohley, Arnold, Clara Mosch, Raue, Löber)