Künstler der DDR – B: Bohley, Bärbel

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Bohley, Bärbel geb. 24.5.1945 Berlin gest. 11.9.2010 Strasburg
Nach dem Abitur 1963 absolvierte sie eine Ausbildung als Industriekauffrau und arbeitete anschließend als Lehrausbilderin. Ab 1969 studierte sie an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, wo sie 1974 einen Diplomabschluss als Malerin erhielt. 1970 heiratete sie den Maler Dietrich Bohley und gebar im selben Jahr einen Sohn. 1979-1983 Verband Bildender Künstler der DDR (VBK). Mitglied des Bezirksvorstands und der Sektionsleitung Malerei. 1983 wurde sie ausgeschlossen. Ab 1974 arbeitete Bohley als freischaffende Künstlerin. Ihre Vorbilder waren nach eigenen Angaben Francisco de Goya und Käthe Kollwitz. Zunehmend setzte sie sich für Bürger- und Menschenrechte in der DDR ein. „Wenn ich nur hätte malen wollen“ – so erzählte sie im August 1988 dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel – „wäre ich mit 30 aus der DDR weggegangen. Aber mein Leben ist halt nicht nur Malerei.“
Wegen ihres politischen Engagements in der Bürgerbewegung wurde sie aus dem Bezirksvorstand ausgeschlossen.
„Habe öfter Mal-Praktikum auf Rügen gehabt und erinnere mich, dass Aalfänger ihren Fang gleich auf See übergeben haben an ein westliches Schiff. Den Geruch von frisch geräuchertem Aal werde ich nicht vergessen, denn jeden Tag saß die alte Mutter unseres Quartiermeisters in der Küche und hat Aal gegessen. Ich hatte aber kein Geld, um mir einen zu kaufen.“
Im Nachlass existieren Rügenbilder (Mönchgut, Kreisefelsen).